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Graph der Hierarchiebezüge in der GermanSL 1.3. Während manche ``Abkürzungen'' im Baum unvermeidlich sind, weil es sich um incertae sedis handelt (in erster Linie bei den Flechten), gibt es teilweise (insbesondere bei den Algen) noch Verbesserungsmöglichkeiten über der Gattungsebene. Gut zu sehen ist die vielfältige Nutzung der Aggregatsebene um unterschiedliche taxonomische Konzepte in einer flachen Liste abbilden zu können.

Liebe Interessierte der GermanSL,

nach längerer Zeit gibt es nun wieder ein Release der taxonomischen Standardliste für Funddatenbanken in Deutschland.

Während der große Milestone in Form einer Integration neuer Standardlisten der Gefäßpflanzen, Flechten und Moose und dem Umzug auf eine neue technologische Basis in Form der EDIT Plattform für Cybertaxonomy noch aussteht, war es doch höchste Zeit, um mit einer neuen Version die bisher bekannten Fehler der Version 1.2 zu beheben. Die neuen Standardlisten der Artengruppen sind leider entweder noch immer nicht fertig, oder zumindest noch nicht publiziert und elektronisch verfügbar. Die GermanSL Version 1.3 konzentriert sich daher auf Datenbereinigung, die Verbesserung des Workflows und einige neue Taxa.

Unter http://www.botanik.uni-greifswald.de/GermanSL.html steht ab sofort die Version 1.3 der GermanSL zur Verfügung und kann von dort heruntergeladen werden.

Die GermanSL ist gedacht als eine vollständige und konsistente elektronische Referenzliste aller (makroskopischen) Pflanzentaxa Deutschlands. Sie wurde in erster Linie als Referenz für floristische und vegetationskundliche Funddatenbanken erstellt, kann aber auch für viele andere Projekte genutzt werden. Eine wichtige Vorgabe der GermanSL ist, dass sie selber keine eigenen taxonomischen Sichtweisen vertritt, sondern die gedruckten Standardlisten (Wisskirchen and Haeupler, 1998; Koperski et al., 2000, etc.) möglichst korrekt abbildet und nur wo nötig mit für Funddatenbanken notwendigen Taxa (neu entdeckte Arten, Nutzpflanzen, Hybride, Feldaggregate etc.) ergänzt.

Die GermanSL speichert Taxa (taxonomische Sichten einer biologischen Einheit) und Synonyme (die jeweils anderen Sichten) als eindeutige Nummer mit eindeutigem Namen (notfalls mit Ergänzung: s. str., s. l., auct.) ab. Zu jedem Namen ist die taxonomische Gültigkeit und ggf. der Bezug auf einen gültigen Namen, sowie für gültige Taxa der Bezug auf die nächsthöhere Einheit im taxonomischen Baum abgebildet. Letzteres ermöglicht die Harmonisierung taxonomischer Ebenen bei der Auswertung biologischer Funddatenbanken (siehe R-Package vegdata: https://cran.r-project.org/package=vegdata sowie Jansen and Dengler (2010)).

Newsletter Nr. 2

Liebe Interessierte der GermanSL,
liebe Mitglieder der Sektion "Taxonomische Referenzlisten" des Netzwerkes Phytodiversität Deutschlands e. V. (NetPhyD),

drei Jahre nach dem Release der GermanSL 1.0 (s. Jansen & Dengler 2008) freuen wir uns, Ihnen und Euch die sofortige Verfügbarkeit der dritten Version GermanSL 1.2 bekannt geben zu können.

Sie kann unter www.botanik.uni-greifswald.de/GermanSL.html heruntergeladen werden.

Die GermanSL ist gedacht als eine vollständige und konsistente elektronische Referenzliste aller

(makroskopischen) Pflanzentaxa Deutschlands. Sie wurde in erster Linie als Referenz für floristische und vegetationskundliche Funddatenbanken erstellt, kann aber auch für viele andere Projekte genutzt werden. Derzeit wird sie von den drei großen Vegetationsdatenbanken in Deutschland: German Vegetation Reference Database (Halle), Vegbank-MV (Mecklenburg-Vorpommern) und VegetWeb (BfN) benutzt, sowie z.B. von der Floristischen Datenbank Mecklenburg-Vorpommern.

Eine wichtige Vorgabe der GermanSL ist, dass sie selber keine eigenen taxonomischen Sichtweisen vertritt, sondern die gedruckten Versionen der „Standardlisten“ (Wisskirchen & Haeupler, Koperski etc.) möglichst korrekt abbildet und „lediglich“ mit für Funddatenbanken notwendigen Taxa (neu entdeckte Arten, Nutzpflanzen, Hybride etc.) ergänzt.

Die GermanSL speichert Taxa (taxonomische Sichten einer biologischen Einheit) und Synonyme als eindeutige Nummer mit eindeutigem Namen (notfalls mit Ergänzung: s. str., s. l., auct.) ab. Zu jedem Namen ist die taxonomische Gültigkeit und ggf. der Bezug auf einen gültigen Namen, sowie für gültige Taxa der Bezug auf die nächsthöhere Einheit im taxonomischen Baum abgebildet. Letzteres ermöglicht die halbautomatische Harmonisierung taxonomischer Ebenen bei der Auswertung biologischer Funddatenbanken (s. R-Package vegdata sowie Jansen & Dengler (2010)).

Für die unterschiedlichen Versionen der GermanSL bedeutet diese Struktur, das, solange keine einmal verwendete Namensnummer plötzlich einem anderen taxonomischen Konzept zugeordnet wird und jede spätere Version alle Nummern der Vorgängerversion enthält, alle neuen Versionen bedenkenlos und ohne Änderung der in den Datenbanken abgelegten Nummern auf schon bestehende Datenbanken angewendet werden können. Änderungen der Synonymisierung oder der taxonomischen Hierarchiebezüge wirken sich ggf. auf die Auswertungen aus, nicht jedoch auf die Datenhaltung.

Die GermanSL Version 1.2 ist in diesem Sinne eine zu 100% kompatible Änderung gegenüber den Vorgängerversionen 1.1 und 1.0. Sie können also z.B. in Turboveg über „Database => Change Attributes“ einfach die neue Version 1.2 einer bestehenden mit der Version 1.1 erstellten Datenbank zuweisen.

Es ist vorgesehen, innerhalb der Subversionen (1.x) diese Kompatibilität aufrecht zu erhalten und erst wenn die fünfstelligen Namensnummern ausgehen sollten, oder zu viele Namen/Nummern nicht mehr verwendet werden sollten, durch einen vollen Versionssprung eine Neu-Nummerierung der Taxonbeobachtugen in den Datenbanken zu erzwingen. Namen, die nach Möglichkeit nicht mehr verwendet werden sollten, sind in der GermanSL 1.2 durch ein dem Namen vorangestelltes „depr.“ (deprecated = veraltet) gekennzeichnet und sollten, falls sie in einer Datenbanken auftauchen, ersetzt werden.

Die GermanSL 1.2 enthält gegenüber der Version 1.1 gut 100 neue Namen. Dies sind in erster Linie Namen aus der Mooskartierung von Meinunger et al. (2007), Flechten, die in der neuen Liste von Wirth et al. (2011), aber nicht in der Standardliste von Scholz enthalten sind, sowie Namen aus diversen Kartierungsprojekten, die nach Aufnahme verlangten. Obwohl wir sorgfältig vorgegangen sind und die Namen nach bestem Wissen geprüft haben, muss erwähnt werden, das fehlende Ressourcen diesmal dazu geführt haben, das wir die neuen Namen nicht so sorgfältig recherchieren konnten, wie wir das für frühere Versionen getan haben. Viele tragen daher als Quelle noch ein [ad hoc], aber es erschien uns erst einmal nötig, sie aufzunehmen, um Beobachtungen mit entsprechendem Namen eingeben zu können.

Verschiedentlich sind wir gefragt worden, ob wir denn schon die neuen Listen von Buttler & Handt (2008) und Wirth et al. (2010) in die GermanSL integriert hätten. Obwohl wir geneigt sind, dies in absehbarer Zeit zu tun, sprechen doch zum jetzigen Zeitpunkt zwei Gründe dagegen:

  1. Beide Projekte sind abgeschlossen, harren aber noch einer schriftlichen Fassung. Wir sind der Meinung, das nur gedruckte Werke mit ISBN Nummer als Standardliste gelten können.
  2. Uns fehlen ganz einfach die Kapazitäten. Im Falle von Buttler & Hand handelt es sich um viele Hundert Ergänzungen, deren Auswirkungen auf mit der bisherigen GermanSL erhobene Daten in jedem einzelnen Fall geprüft werden muss. Der Bezug auf die elektronische Wisskirchenliste ist zwar gegeben, entspricht aber nicht immer der in der GermanSL vorgenommenen Auswahl von Taxonnummern. Viele in der GermanSL vorgenommene Korrekturen der elektronischen gegenüber der gedruckten Wisskirchenliste sind in der Buttlerliste nicht übernommen worden und müssen erneut kontrolliert werden.

Wir können also noch nicht sagen, wann die neuen Listen integretiert werden können und ob dies im Rahmen einer rückwärtskompatiblen 1.x Version erfolgen kann, oder als Version 2.0 erfolgen muss.

Wenn jedoch einzelne Namen/Taxa in konkreten Datenbankprojekten anfallen, so können diese jederzeit im Rahmen von Einzelfallprüfungen in die GermanSL übernommen werden.

Die wichtigste und arbeitsintensivste Neuerung der Version 1.2 sind nicht die neuen Namen, sondern der neue Workflow. Der Erstellungsprozess der GermanSL wurde von der bisherigen Aneinanderreihung von MS ACCESS-Abfragen auf einen (zumindest für mich) transparenteren und sehr viel flexibleren R-Code umgestellt. Neue Versionen können so in Zukunft aus technischer Sicht sehr viel einfacher und schneller bewerkstelligt werden.

Für die nächsten Jahre hoffen wir damit die Weiterentwicklung der GermanSL trotz vollständig fehlender Ressourcen gewährleisten zu können. Mittelfristig gibt es eine Initiative, die GermanSL (und andere Biologische Referenzlisten mit gleicher Zielstellung) mit dem Taxonomischen Editor beziehungsweise einer zu entwickelnden verwandten Software im Rahmen des CDM-Frameworks von EDIT (http://www.e-taxonomy.eu/) zu pflegen. Dazu müssen in Zukunft die technischen, aber auch die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, denn die Pflege dieser Listen ist, egal mit welcher Software sehr aufwändig, da sie sich (selbst beim Vorhandensein von Checklisten) niemals automatisieren lassen wird. Alle, vor allem aber die behördlichen Nutzer dieser Listen sollten also eine zentrale Instanz unterstützen, die eine solche Liste pflegt. Diese Zentralstelle bedarf wiederum einer breiten Unterstützung durch die „taxonomischen Generalisten“ und die gesamte wissenschaftliche Community. Dieses gilt es in nächster Zukunft zu organisieren und abzusichern.

Artattribute
Ein wichtiges Element der GermanSL sollte immer die Zur-Verfügung-Stellung von Artattributen (ökologische Zeigerwerte, functional traits, Rote Liste Stati) sein. Dieser Wunsch und Anspruch hat sich in keiner Weise verändert, allerdings erlauben die zeitlichen Kapazitäten von Jürgen Dengler und mir keinerlei Verantwortlichkeit für diese Artattribute. Lediglich offensichtliche Fehler werden wir ausbessern, aber insbesondere zusätzliche Attribute können wir unter den derzeitigen Bedingungen nicht einpflegen. Wenn sich hingegen jemand findet, der ein bestimmtes Merkmal verantwortlich pflegt, würden uns das sehr freuen und ich würde ihn/sie bitten, mit uns Kontakt aufzunehmen. Nichtsdestotrotz stehen in der GermanSL weiterhin die Ecodbase.dbf mit Ellenberg-Zeigerwerten, Strategietypen, Einwanderungsstatus und einigen anderen Angaben zur Verfügung, sowie eine RL.dbf mit den Rote-Liste-Stati der Standardlisten weiterhin zur Verfügung.

Alle weiteren Details sowie eine ausführliche Dokumentation können sie auf unserer neuen Webseite unter
www.botanik.uni-greifswald.de/GermanSL.html
einsehen.
Besuchen sie auch die Seiten des Netzwerkes Phytodiversität
netphyd.floraweb.de

Abschließend eine herzliche Bitte an alle: Nutzen und propagieren Sie die GermanSL in ihrer jeweils aktuellen Fassung als universellen Standard für jedwede Datenbank mit botanischem Inhalt in Bund und Ländern, seien es Kartierungsdaten, Sammlungsdaten, Rote-Liste-Synopsen, Merkmalsdaten, taxonomische Daten oder Vegetationsdaten. Nur so erreichen wir künftig eine effizientere Auswertung und Verknüpfung derartiger Daten und eine Minimierung des Informationsverlustes beim Zusammenspielen verschiedener Datenbanken - und damit letztlich das Ziel, das sich unsere Sektion gesetzt hat. Wenn sie Fehler entdecken oder den Wunsch nach Integration eines neuen Namens haben, schreiben sie bitte an jansen@uni-greifswald.de.

Bei allgemeinen Fragen und Anregungen zur Sektion und zur GermanSL schreiben Sie bitte an beide Sektionsleiter (jansen@uni-greifswald.de , dengler@botanik.uni-hamburg.de ).


Mit herzlichen Grüßen und einer Entschuldigung für den langen Newsletter,

Florian Jansen und Jürgen Dengler


Zitierte Literatur
Jansen, F. & Dengler, J. (2008) GermanSL - eine universelle taxonomische Referenzliste für Vegetationsdatenbanken. Tuexenia, 28, 239-253.
Jansen, F. & Dengler, J. (2010) Plant names in vegetation databases - a neglected source of bias. Journal of Vegetation Science, 21, 1179–1186.
Wirth, V., Hauck, M., von Brackel, W., Cezanne, R., de Bruyn, U., Dürhammer, O., Eichler, M., Gnüchtel, A., Litterski, B., Otte, V., Schiefelbein, U., Scholz, P., Schultz, M., Stordeur, R., Feuerer, T., Heinrich, D., John, V. (2010): Checklist of lichens and lichenicolous fungi in Germany. Version #2: 19 January 2011. Georg August University of Göttingen: www.gwdg.de/~mhauck, Göttingen, Germany.
Buttler, K. P. & Hand, R. 2008: Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – Kochia, Beih. 1.
Meinunger, L. & Schröder, W. (2007) Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands (O Dürhammer, Ed.). Regensburg.

Newsletter Nr. 1

 

Liebe Mitglieder und Interessierte der Sektion "Taxonomische Referenzlisten" des Netzwerkes Phytodiversität Deutschlands e. V. (NetPhyD),


nach einer "langgezogenen" Vorbereitsungsphase freuen wir uns, euch und Ihnen nun die Sektion "Taxonomische Referenzlisten" mit einem ersten Newsletter vorstellen zu können. 

Zur Erinnerung:

Im März 2006 haben Dr. Florian Jansen und ich auf dem Workshop Vegetationsdatenbanken in Bremen erstmals unsere Vorarbeiten zu einer elektronischen Fassung der taxonomischen Referenzlisten der Flora Deutschlands präsentiert und versucht, dafür eine kleine Arbeitsgruppe zu initiieren, was aber wegen vielfältiger anderer Verpflichtungen aller Beteiligten nicht so recht vorankam.

Ein Jahr später, im März 2007, nutzten wir dann mit Unterstützung des BfN die Gelegenheit des gemeinsamen Workshops Vegetationsdatenbanken und Floristische Kartierung in Bonn, um in einer Session Fachleute aus den verschiedenen Artengruppen in einer Diskussion zusammenzubringen. Damals wurde aus unserer informellen Arbeitsgruppe eine offizielle Sektion innerhalb von NetPhyD. Da sich in Bonn jedoch noch keine Arbeitsgruppe im Wortsinne herausgebildet hat, sondern die Arbeit weiterhin fast ausschließlich auf Florian Jansen und mir lastete, ging es auch danach nur in kleinen Schritten weiter.

Im Dezember 2007 gab es dann die erste Sitzung des Gesamtvorstandes von NetPhyD und seither haben sich die organisatorischen Abläufe innerhalb dieses Vereins mehr und mehr eingespielt.

Schließlich, konnten Florian Jansen und ich auf dem neuerlichen Datenbanken-Workshop in Oldenburg, Anfang März 2008, endlich eine erste funktionsfähige und konsistente elektronische Referenzliste aller
(makroskopischen) Pflanzentaxa Deutschlands vorstellen, an der wir - aus der Not eine Tugend machend - in den vergangenen zwei Jahren "im stillen Kämmerlein" weitergearbeitet hatten.


Dies ist nun der Zeitpunkt, einerseits das neue Produkt vorzustellen, und andererseits für dessen kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung in der Zukunft tatsächlich eine größere Arbeitsgruppe zusammenzubringen und einen effektiven Workflow zu etablieren.

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele von den jetzt Angeschriebenen, sich aktiv und kollegial in diesen von NetPhyD und vom BfN unterstützten Prozess einbringen. Manche werden sich vielleicht fragen, wie sie in unseren Verteiler geraten sind: Die aktuell 49 Personen auf der Liste speisen sich aus verschiedenen Quellen. Zum einen sind es natürlich diejenigen, die als Vereinsmitglied von NetPhyD eine Zugehörigkeit zu unserer Sektion gewählt haben sowie die Leiter aller übrigen NetPhyD-Sektionen. Dann haben wir jene Personen aufgenommen, die vor zwei Jahren in die Standardlistendiskussion oder vor einem Jahr in die Sitzung zur Sektionsgründung involviert waren oder
mir bei verschiedenen Gelegenheiten ihr Interesse an einer Mitwirkung signalisiert hatten. Schließlich schreiben wir heute auch eine Reihe von Personen an, die unter anderem als Autoren gedruckter taxonomischer Referenzlisten offensichtlich eine wichtige Rolle in dem ganzen Prozess spielen und deren Mitwirkung in unserer Arbeitsgruppe wir sehr begrüßen würden. Es sei betont, dass unsere Sektion eine offene Arbeitsgruppe ist.
Jeder, der mitmachen möchte, kann dies - eine einfache E-mail an mich genügt. Das gleiche gilt, wenn jemand künftig die Newsletter der Sektion "Taxonomische Referenzlisten" nicht mehr beziehen möchte.

Für eine Mitarbeit in unserer Sektion ist - wie bei allen anderen Sektionen von NetPhyD - keine Mitgliedschaft in diesem Verein erforderlich.
Trotzdem kann ich allen nur einen Beitritt zu NetPhyD nahe legen, da NetPhyD nur mit möglichst vielen Mitgliedern ein schlagkräftiger Vertreter des Phytodiversitätsschutzes und der Phytodiversitätserforschung in Deutschland sein und dies entsprechend auch gegenüber Behörden vertreten und entsprechende Großprojekte initiieren kann. Aktuell hat NetPhyD zehn Sektionen: Florenkartierung Gefäßpflanzen; Florenkartierung Moose und Flechten; Merkmalsdatenbanken; Arealforschung; Taxonomische Referenzlisten; Auswertung; IT-
Entwicklung, Taxonomie und Datennetzwerke; EDV-Werkzeuge und Internetportal; Vegetationsdatenbanken; Genbanken von Wildpflanzen.

Ferner gibt NetPhyD ab diesem Jahr die "Floristischen Rundbriefe" mit erweitertem Themenspektrum und aktualisiertem Konzept als Vereinszeitschrift heraus. Nähere Infos zu NetPhyD finden sich unter:
netphyd.floraweb.de

Doch zurück zu unserer Sektion. Da die Personen im Verteiler einen ganz unterschiedlichen Kenntnisstand haben, hier in aller Kürze die Ziele unserer Sektion zusammengefasst:

* Festlegung von einheitlichen inhaltlichen Standards für Referenzlisten für alle Pflanzengruppen

* Fortschreibung der bestehenden (Gefäßpflanzen, Moose, Flechten, Armleuchteralgen) und Entwicklung neuer Referenzlisten (übrige Algen)

* Etablierung eines kontinuierlichen Prozesses und der dafür notwendigen Gremien für die Verwirklichung von (1)

* elektronische Umsetzung und Bereitstellung der Referenzlisten für Anwendungsprogramme und Datenbanken (TurboVeg, FlorEin, Recorder, WinArt, Sort etc.)

* Schaffung der Grundlagen für den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Datenbanken (Verbreitungsdaten, taxonomische Daten, Herbardaten, Vegetationsdaten, Merkmalsdaten) durch Bearbeitung der nomenklatorischen Synonymie- und taxonomischen Konzept-Beziehungen

Grundlage bilden die aktuellen publizierten taxonomischen Referenzlisten Deutschlands (Wißkirchen & Haeupler 1998, Koperski & al. 2000, Scholz 2000, usw.), die wir zunächst einmal 1 : 1 in ein einheitliches Datenformat umgesetzt, um Fehler und Widersprüche bereinigt und um dort fehlende,
aber in der realen Vegetation auftauchende Sippen erweitert haben. In einem zweiten Schritt werden diese Daten dann mit Sippenmerkmalen wie ökologischen Zeigerwerten, floristischem Status, RL-Status oder morphologischen Charakteristika verknüpft, die vielfältige Auswertungen erlauben. In einem dritten Schritt schließlich soll ein Workflow unter Einbeziehung der jeweiligen taxonomisch-floristischen Spezialisten etabliert werden, wie künftig taxonomische Referenzlisten für Pflanzen in Deutschland (Papierform und elektronische Form) einerseits inhaltlich und taxonomisch aktuell gehalten werden können, zugleich aber immer die eindeutige Verknüpfung mit älteren Daten erhalten bleibt. Den Schritt 1 sind Florian Jansen und ich bereits gegangen, während die Schritte 2 und 3 ein kontinuierliches Projekt sind, für die wir herzlich um Ihre und eure konstruktive Mitwirkung bitten.

Die elektronische Referenzliste liegt jetzt in einer sicherlich noch mit gewissen Mängeln behafteten, aber funktionsfähigen Version 1.0 vor und zwar derzeit für das weitverbreitete vegetationskundliche Datenbankprogramm Turboveg. Versionen für andere Anwenderprogramme (s. o.) sind in naher Zukunft geplant.

Wir möchten alle Angeschriebenen und sonstigen KollegInnen bitten:

* unsere neue Homepage ( geobot.botanik.uni-greifswald.de/portal/reflist ) zu besuchen und uns
Verbesserungswünsche dazu mitzuteilen;

* die jeweiligen Versionen der GermanSL (von der Homepage) herunterzuladen, zu testen und uns Fehler, Änderungs- und Ergänzungswünsche mitzuteilen;

* bei der laufenden Aktualisierung dieser Referenzliste durch Einarbeitung taxonomisch-nomenklatorischer Neuerungen, von Neufunden, bislang nicht berücksichtigten Taxa (z. B.
Unbeständigen) oder Synonymen mitzuhelfen;

* Dateien mit artbezogenen Informationen (Zeigerwerte, RL-Angaben, regionalisierte Status- und Verbreitungsangaben, morphologische Parameter) bereitzustellen, die wir in die Datenbank mit den Artmerkmalen integrieren können;

* bei der Organisation eines effizienten Workflows und bei der Einbeziehung weiterer KollegInnen mitzuhelfen.

Bitte beachten Sie bei alledem jedoch, dass das Ganze "work in progress" darstellt und deshalb derzeit weder die eigentlichen Dateien noch ihre Dokumentation in Metadaten perfekt ist. Über eine aktive Mitwirkung bei der Verbesserung des Angebotes würden wir uns sehr freuen. Von den vielen denkbaren und wünschenswerten Dingen haben diejenigen die Chance auf die schnellste Realisierung, die einerseits am häufigsten nachgefragt werden, bei denen andererseits nicht die ganze Arbeit an
Florian Jansen und mir hängenbleibt. Wie wir rein praktisch den Zusammenfluss unterschiedlichster Daten aus vielerlei Quellen hinbekommen, wird sich in Zukunft zeigen müssen - für Vorschläge dazu
sind wir offen.

Abschließend eine herzliche Bitte an alle: Nutzen und propagieren Sie - bei allen derzeit möglicherweise noch vorhandenen kleineren Mängeln - die GermanSL in ihrer jeweils aktuellen Fassung (Kompatibilität zu früheren Fassungen wird gewährleistet) als universellen Standard für jedwede Datenbanken mit botanischem Inhalt in Bund und Ländern, seien es Kartierungsdaten, Sammlungsdaten, Rote-Liste-Synopsen, Merkmalsdaten, taxonomische Daten oder Vegetationsdaten. Nur so erreichen wir künftig
eine effizientere Auswertung und Verknüpfung derartiger Daten und eine Minimierung des Informationsverlustes beim Zusammenspielen verschiedener Datenbanken - und damit letztlich das Ziel, das sich unsere Sektion gesetzt hat.

Bei allgemeinen Fragen und Anregungen zur Sektion und zur GermanSL schreiben Sie bitte immer an uns beide Sektionsleiter ( jansen@uni-greifswald.de , dengler@botanik.uni-hamburg.de ). Bei technischen Problemen mit der Homepage und den Dateien ist Florian Jansen der Ansprechpartner, während ich die Mitgliederliste (d. h. den Verteiler für unsere Newsletter) pflege.

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung auf eine produktive Zusammenarbeit

Jürgen Dengler und Florian Jansen