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Datengrundlagen

Grundlegende taxonomische Referenz sind die aktuellen Standardlisten für Deutschland: 

Gefäßpflanzen: Wißkirchen & Haeupler (1998)
Moose: Koperski & al. (2000)
Flechten: Scholz (2000)
Armleuchteralgen: Schmidt & al. (1996)
Marine Makroalgen (exkl. Schlauchalgen): Schories & al. (1996)
Schlauchalgen: Mollenhauer & Christensen (1996)

Diese wurden, wo nötig korrigiert und ergänzt. Zusätzlich wurden mehrere tausend Taxa ergänzt.

Zusätzliche gültige Sippennamen

Die Berücksichtigung der Standardlisten alleine genügt nicht, um die Erfordernisse einer Vegetationsdatenbank abzudecken, da dort nicht alle benötigten Sippen enthalten sind. Derartige zusätzlichen Sippen haben wir in umfassender Form ergänzt und dabei ihren Inhalt genau dokumentiert (Autorzitate, taxonomische Referenz, zugeordnete Sippen). Folgende Gruppen von Sippennamen wurden ergänzt:

Höhere Taxa

Wo nötig wurden oberhalbd der Artebene Aggregate, Gattungsnamen, Familien etc. ergänzt, so das ein vollständiger und widerspruchsfreier Taxonomischer Baum innerhalb der GermanSL abgebildet wird.

Neue Taxa

„Neue“ Taxa sind solche, die nicht in den ausgewerteten Standardlisten enthalten sind, weil sie zu einer der folgenden Gruppen gehören:
(a) neu für Deutschland nachgewiesene Sippen
(b) Unbeständige
(c) (häufige) Kulturpflanzen
Sie sind in einer zu den jeweiligen Standardlisten kompatiblen taxonomischen Fassung aufgenommen. So wurde ihr Name etwa an das Gattungskonzept der Standardlisten angepasst.

Hybriden

In Wißkirchen & Haeupler (1998) wurden nur Hybriden berücksichtigt, die ein elternunabhängiges Areal besitzen; in allen anderen Standardlisten blieben Hybriden sogar gänzlich unberücksichtigt. Für die Artenreferenz einer vegetationskundlichen Datenbank ist es dagegen wichtig, alle aus dem Gebiet nachgewiesenen Hybriden zu enthalten.
Hybriden wurden vorzugsweise unter ihrem binären bzw. trinären Namen erfasst. War ein solcher nicht verfügbar, sind sie mit der Hybridformel eingetragen.

Aggregate

Hierunter verstehen wir alle Sippen zwischen Art-und Gattungsebene. Dies können sowohl formale supraspezifische Taxa (subg., sect., ser.) als auch informelle operationale Einheiten sein (diese werden in der TURBOVEG-Liste einheitlich als „agg.“ bezeichnet). Unter den Standardlisten erkennen nur Wißkirchen & Haeupler (1998) derartige Aggregate an. Sie haben in der vegetationskundlichen Praxis jedoch große Bedeutung, weil entsprechende Namen in Florenwerken und damit auch in Vegetationsaufnahmen häufig gebraucht werden (müssen).
In zwei Fällen haben wir für die TURBOVEG-Liste zusätzliche Aggregate definiert. 
(1) Zusammenfassung von Arten, die in bestimmten Entwicklungsstadien nicht sicher unterscheidbar sind (etwa Rumex acetosa und R. thyrsiflorus vegetativ) 
(2) Zusammenfassung von Arten, die in aktuellen Florenwerken im Gegensatz zur jeweiligen Standardliste als eine einzige Art geführt werden. So werden Plagiothecium succulentum und P. nemorale im Sinne von Koperski & al. (2000) von Frahm & Frey (2004) unter dem Namen P. succulentum zusammengefasst. Um P. succulentum sec. Frahm & Frey auf die Standardlistennomenklatur abbilden zu können, wird dort Plagiothecium succulentum agg. eingeführt.

Segregate

Hierunter verstehen wir Aufspaltungen von Sippen, die in den Standardlisten als „monotypisch“ (d. h. als nicht weiter in taxonomisch relevante Einheiten aufgliederbar) angesehen werden. Diese werden als „gültige Namen“ in die TURBOVEG-Liste aufgenommen, wenn diese Aufspaltung in aktueller Literatur (1995 ff.) vertreten wird, da dies darauf hindeutet, dass diese Untergliederung taxonomisch berechtigt sein und in künftigen Fassungen der Standardlisten akzeptiert werden könnte. „Zusätzliche Segregate“ sind also (im Gegensatz zu den „neuen Taxa") nicht mit den derzeitigen Standardlisten „kompatibel“, sondern stellen eine Teilmenge eines Standardlistentaxons dar. Um dies deutlich zu machen, sind sie als informelle Untereinheiten einem Standardlistentaxon untergeordnet. Ihr gültiger Name in der TURBOVEG-Liste besteht aus dem Namen des übergeordneten Standardlistentaxons, an den ein durch „*“ eingeleitetes Epithet folgt. 
Beispielsweise wird die bei Scholz (2000) als Cladonia pyxidata ssp. pyxidata geführte Sippe in einigen aktuellen Florenwerken wie Santesson & al. (2004) in zwei Arten aufgespalten, Cladonia pyxidata und C. monomorpha. Als gültigen TURBOVEG-Namen bekommen diese dann die Bezeichnung Cladonia pyxidata ssp. pyxidata * pyxidata bzw. Cladonia pyxidata ssp. pyxidata * monomorpha, während die Sippenbezeichnungen auf Artebene als Synonyme geführt werden.

Synonyme

Unter „Synonymen“ verstehen wir alle in gängigen Florenwerken oder ausgewerteten Quellen auftretenden Namen, die in Schreibweise, Rangstufe oder Inhalt von den angenommenen Taxa (der Standardlisten) abweichen. Aktuell erfasst und mit einem Verweis auf einen gültigen TURBOVEG-Namen versehen sind über 10.000 Synonyme.