Direkt zum Seiteninhalt springen

Wer nutzt die GermanSL?

Die GermanSL ist der bundesweite Standard für botanische Fundortdatenbanken in Deutschland. Derzeit wird die GermanSL z.B. für die German Vegetation Reference Database der Biodiversitäts Exploratorien, die Vegetationsdatenbank MV, die nationale Vegetationsdatenbank Deutschlands VegetWeb. Außerdem ist sie eine Grundlage für die Erstellung der europaweiten Referenzlist im Rahmen von SYNBIOSYS Europe. Wenn sie TURBOVEG von Stephan Hennekens beziehen und sagen, dass sie in Deutschland arbeiten, bekommen sie die GermanSL direkt mit TURBOVEG geliefert.

Ich möchte meine bestehende TURBOVEG-Datenbank auf die GermanSL umstellen. Was muss ich tun?

Fall A: Bisherige Referenzliste mit unbekannter Beziehung zur GermanSL

Die Datenbank ins Standard-XML Format zu exportieren und anschließend (GermanSL muss sich schon im Ordner Turboveg/Species befinden) in eine neue Datenbank zu reimportieren. Dabei die GermanSL als Zielreferenzliste auswählen. Nun werden alle gleichlautenden Namen gematcht und alle nicht vollständig übereinstimmenden Namen in einer Liste angezeigt in der sie nun manuell zugeordnet werden können.

Anmerkungen:

a) Es muss die Namensschreibweise an die orthografischen Konventionen der GermanSL angeglichen werden, etwa die Abkürzung von Unterarten mit „s.“ (und nicht mit „subsp.“) und von Artengruppen mit „ag.“. Wenn sich die Abkürzungen unterscheiden, ist es sinnvoll, den XML-File in einem Text-Editor (z.B. Wordpad) zu öffnen und mit Hilfe von Suchen und Ersetzen dieselben anzupassen.

b.) Meist ist es sinnvoll, den Import in mehreren Schritten zu bewerkstelligen. Erstes Ausprobieren, Manipulation der Taxonnamen im Texteditor, zwiter  Versuch, ...

c) Im Falle von „Homonymen“ muss der Benutzer vorher entscheiden, in welchem Sinne sie in seiner eigenen Datenbank verwendet wurden und dies dann ggf. durch Hinzufügungen zum Namen wie „s. str.“ kenntlich machen. Wir werden auf der Sektions-Homepage eine Liste von Sippennamen bereitstellen, bei denen man besonders auf mögliche „Homonymien“ achten muss.

Es ist vorgesehen, noch eine Liste von Namen bereitzustellen, bei denen es nötig ist, sich vor dem Reimport Gedanken über ihren taxonomischen Inhalt zu machen, da sich hinter ein und demselben Namen verschiedene Inhalte befinden.

 

TURBOVEG bietet ferner Importfunktionen für Vegetationsdaten aus zahlreichen anderen Formaten für die "Taxon-Matching" ganz ähnlich funktioniert.

 

Fall B: Upgrade einer GermanSL-Datenbank

Durch die Sicherstellung der Integrität zwischen Taxonnummer und Potential Taxon ist ein vereinfachter Wechsel möglich.

Im  README zu jeder neuen Version werden die Unterschiede zur Vorversion erläutert.

Zwei mögliche Probleme müssen abgefangen werden:

1. gelöschte Nummern: In der Datei lostnr.dbf stehen die nicht mehr vorhandenen Nummern.

In TV Datenbank öffnen und unter Select -> Build Query -> Species Data -> ANd/Or auswählen. Unten rechts gibt es einen Button "Load", mit dem die lostnr.dbf geladen werden kann. Wenn nach Save und Execute keine Aufnahmen mit diesen Arten gefunden werden, kann es weiter gehen. Ansonsten bitte in Handarbeit die kritischen Sippennamen anpassen.

Als nächstes werden eventuelle Taxa mit neuer Taxonnummer umgesetzt: Unter Edit -> Replace Species die Datei newnr.dbf auswählen und auf Replace klicken.

Nun können z.B. durch einen Klick auf das lila Feld rechts unten die Datenbankattribute aufgerufen werden und die neue Species List ausgewählt werden.

Ich möchte meine Auswertungen mit einem anderen taxonomischen Konzept als den verwendeten machen. Geht das?

Ja, sofern das gewünschte Konzept eingearbeitet (Rothmaler 2005, Fukarek & Henker 2006) wurde und eine entsprechende zusätzliche Konzeptliste besteht. Es ist angedacht, für möglcihst viele praxisrelevante Konzepte (z.B. den Rothmaler) solche Konzeptlisten zur Verfügung zu stellen. Die GermanSL verfolgt die unter Datengrundlagen genannten Konzepte, jedoch wurden andere Taxon-Namen mit aufgenommen, sofern sie den Standardlisten nicht widersprechen. Daher ist es möglich durch Änderung des gültigen Namens, des Synonomie-Status und eventuell der Aggregierung, das Konzept zu wechseln. Voraussetzung sind 1:n Beziehungen. n:m Beziehungen können nur nach bestem Gewissen (d.h. Fehlerwahrscheinlichkeit in der Kartierungspraxis) bzw. durch höhere Aggregierung gelöst werden.

Eine entsprechende (Beispiel-)Liste wird in Kürze bereitgestellt.

Wie steht es mit den neuen taxonomischen Bearbeitungen von Buttler & Hand (Höhere Pflanzen) und Wirth et al. (Flechten)?

K P Buttler und R. Hand haben in den letzten Jahren im Auftrag des Bundesamtes fürNaturschutz die Standardliste von Wisskirchen und Haeupler überarbeitet. Wir werden die Änderungen in eine neue GermanSL Version einbauen, sobald die Bearbeitungen dokuentiert sindund die neue Liste in angemesener Form publiziert wurde.

Entsprechend werden wir die Bearbeitung der Flechten von Volkmar Wirth et al einbauen, sobald sie in gedruckter Form veröffentlicht sind.

 

Buttler, K. P. & Hand, R. 2009: Taxonomische und nomenklatorische Neuigkeiten zur Flora Deutschlands 4. – Kochia 4: 185-189.
Hand, R. & Buttler, K. P. 2009: Beiträge zur Fortschreibung der Florenliste Deutschlands (Pteridophyta, Spermatophyta) – Dritte Folge. – Kochia 4: 179-184.
Buttler, K. P. & Hand, R. 2008: Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – Kochia, Beih. 1.
Hand, R. & Buttler, K. P. 2008: Taxonomische und nomenklatorische Neuigkeiten zur Flora Deutschlands 3. – Kochia 3: 97-103.
Buttler, K. P. & Hand, R. 2008: Beiträge zur Fortschreibung der Florenliste Deutschlands (Pteridophyta, Spermatophyta) – Zweite Folge. – Kochia 3: 75-86.
Buttler K. P. & Hand R. 2008 Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – Kochia Beiheft 1, Berlin, 107 Seiten. ISSN 1867-6626.